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von: Grazyna Fosar und Franz Bludorf [ eMail | Homepage ]
 


Der “Sex-Brummton”
Stuttgarter Radiosender überträgt tieffrequentes Stimulationssignal
von Grazyna Fosar und Franz Bludorf


Frequenzdrogen sollen offenbar zum neuesten Trend gemacht werden. Es ist eine moderne Entwicklung des Elektronikzeitalters, auf diese Weise das Unterbewusstsein sehr vieler Menschen simultan zu beeinflussen, meist auf dem emotionalen Sektor. Erneut wurde jetzt ein Fall bekannt, dass ein privater Rundfunksender in seinem normalen Musikprogramm einen solchen Subliminalton aussendete, diesmal, um die sexuelle Lust der Hörer zu steigern.

Es entbehrt nicht der Pikanterie, dass dieser neueste Auswuchs der kollektiven Spaßgesellschaft gerade in der Region initiiert wurde, in der besonders viele Menschen durch mysteriöse Brummtöne Tag und Nacht belästigt und krank gemacht werden. Und um der ganzen Sache noch eins draufzusetzen: der „Sex-Brummton“ und die rätselhaften Brummsignale stammen sogar aus dem gleichen Frequenzbereich.

„Alle sind ganz still und lauschen“

Stuttgart, 10. April 2002, 7:05 Uhr.

„Jetzt geht’s los. Ich spür’ das schon... Spüren Sie’s auch? Hört sich gut an. Es ist unglaublich... Es ist passiert... Wir haben Baden-Württembergs größtes Sex-Experiment gestartet. Die Hit-Radio-Antenne1-Lustbombe ist geplatzt und alle sind ganz still und lauschen.“. Mit diesen überschwänglichen Worten kommentieren die Moderatoren Bernd Lennert, Alexander Heine und Anja Langner vom privaten Stuttgarter Rundfunksender „Antenne 1“ die Ausstrahlung der neuesten Frequenzdroge (s. auch unseren Artikel „Happy Holiday“). In „Deutschlands größtem Sex-Experiment“ (Aussage des Senders) ging es darum, einen tieffrequenten Brummton auszustrahlen, der laut einer wissenschaftlichen Studie die Ausschüttung von Sexualhormonen beim Menschen stimulieren soll.

Der Ton wird den ganzen Tag über bis Mitternacht auf „Antenne 1“ teilweise hörbar, hauptsächlich jedoch subliminal unter dem laufenden Musikprogramm gesendet.

Lust auf Sex durch Frequenzen stimuliert

Vor einigen Jahren wurde an der gynäkologischen Klinik der Universität Frankfurt/Main eine bemerkenswerte Studie durchgeführt unter der Leitung des Stuttgarter Sexualtherapeuten Dr. Karl-Heinz Bauer. Es ging darum festzustellen, wie Menschen auf bestimmte Musik- und Klangformen reagieren.

Man spielte den Probanden bestimmte Musikstücke vor und befragte sie, ob sie die Musik als angenehm, unangenehm oder indifferent empfanden. Die hochsignifikanten Ergebnisse der Studie zeigten, dass bei den Musikstücken, die als angenehm oder unangenehm klassifiziert wurden, bei vielen Personen hinterher der Spiegel des Sexualhormons Prolaktin im Blut erhöht war. Bei den Stücken hingegen, die keinerlei Emotionen auslösten, war auch keine Erhöhung des Hormonspiegels festzustellen.

Das Hormon Prolaktin entsteht im Gehirn, genauer – in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Die Ausschüttung des Hormons wird gesteuert durch das limbische System, einen Bereich des Zwischenhirns. Zu ihm gehören u.a. Hippokampus und Amygdala (Abb. 1), zwei Zentren, die in letzter Zeit auch in das Interesse der Gehirnforscher rückten, weil sie einerseits mit der Empfindung von Emotionen, andererseits aber auch mit neuentdeckten außergewöhnlichen Wahrnehmungsformen in Verbindung gebracht werden.

Nach Ansicht von Dr. Bauer ergab seine Studie, dass das limbische System durch die elektromagnetischen Frequenzmuster bestimmter Klänge stimuliert wird und so eine Kettenreaktion im Körper in Gang setzt, die schließlich zur vermehrten Ausschüttung von Prolaktin führt. Dieses wiederum veranlasst eine erhöhte Produktion von Geschlechtshormonen (Östrogen bei der Frau, Testosteron beim Mann). Die entsprechenden Frequenzen, die diesen Prozess auslösen, können also als elektromagnetische Aphrodisiaka angesehen werden.

Im weiteren Verlauf der Studie untersuchten Dr. Bauer und seine Mitarbeiter, was die Charakteristiken der Musikstücke waren, die eine besonders stark sexualstimulierende Wirkung hatten. Es ergab sich, dass hierfür besonders tieffrequente Töne verantwortlich waren – je tiefer, desto besser. Die stärksten Wirkungen ergaben sich im extrem niederfrequenten (ELF) Bereich unterhalb von 100 Hertz.

Das Musikstück, mit dem Dr. Bauer bei seinen Probanden die stärksten Effekte erzielen konnte, war übrigens Maurice Ravels „Bolero“.

Der Massenversuch im Radio basierte auf „Versuch und Irrtum“

Inzwischen ist Dr. Bauer wieder als frei praktizierender Therapeut in Stuttgart tätig und wendet die Methode – nach seiner Auskunft mit guten Erfolgen – in seiner Praxis zu therapeutischen Zwecken an. Als er mit den Mitarbeitern des Rundfunksenders „Antenne 1“ in Kontakt kam, entstand dann die Idee eines großangelegten Versuchs über das Radio. Hierzu konnte natürlich kein herkömmliches Musikstück verwendet werden, weil der Sender dieses dann den ganzen Tag ohne Pause hätte spielen müssen. Daher entwickelten die Techniker von „Antenne 1“ in Zusammenarbeit mit Dr. Bauer einen speziellen synthetischen Brummton (einen sogenannten subharmonischen Ton), der den in der Studie festgestellten Charakteristiken am nächsten kam. Dieses Brummsignal kam dann am 10. April 2002 ganztägig zur Ausstrahlung. Es war nach Auskunft der Beteiligten eine vollkommen empirische Arbeit, wobei nach dem subjektiven Klangempfinden vorgegangen wurde, so dass hinterher keiner Auskunft über die technischen Details des Brummtones (Frequenz, Modulation etc.) geben konnte.

Die Analyse des Signals

Daher zeichneten wir eine Probe des Brummsignals von der Radioübertragung digital auf und analysierten sie mit Hilfe unserer Hyper2000-ELF-Analysesoftware. Die Ergebnisse waren mehr als überraschend.

Überraschend deshalb, weil der Ton in der Hauptsache eine Überlagerung von harmonischen Obertönen von 40 Hertz (also 40, 80, 120, 160, 200 ...) ist, wobei die Spitzenwerte bei ungefähr 80 Hertz liegen.

Dieser Grundton ist damit praktisch identisch mit dem mysteriösen Brummsignal das seit einigen Jahren Tausende von Menschen im ganzen Bundesgebiet, besonders stark aber im Raum Stuttgart, belästigt und für dessen Ursache die meisten bislang eingeschalteten Experten keine Erklärung finden konnten. Uns war es im Jahre 2000 gelungen, ein gleichartiges Signal („Teddybär-Signal“) in der Umgebung eines militärischen Längstwellenradars auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof durch Messung nachzuweisen (s. hierzu unsere Artikel zum Thema „Codename Teddybr“).

Der Sex-Brummton ist also von der Tonhöhe und damit vom subjektiven Klangeindruck her sehr ähnlich zu jenem berüchtigten „Teddybär“-Brummton, einer geheimen Militärtechnologie, die seit dem vergangenen Jahr durch die gesamte bundesdeutsche Presselandschaft ging und mit der sich auch das Bundesverteidigungsministerium, mehrere Bundespolitiker sowie das Europaparlament in Straßburg beschäftigen mussten.

Wir wollen an dieser Stelle nicht behaupten, dass die Ausstrahlung des Sex-Brummtons irgendetwas mit militärischen Projekten zu tun hätte, sondern nur betonen, auf welch gefährliches Terrain sich Dr. Bauer und die Macher des Radioprogramms von „Antenne 1“ da begeben haben. Gleichzeitig kann die vorliegende Studie vielleicht etwas mehr Licht auf die rätselhafte Wirkungsweise militärischer Brummtöne werfen.

Kritische Stimmen ließen nicht lange auf sich warten

Das soll nicht etwa heißen, dass die militärischen „Teddybär-Signale“ ebenfalls sexuell stimulierend oder zu diesem Zweck gedacht wären. Der Sex-Brummton und das Teddybär-Signal sind nur ähnlich, nicht identisch! Während der Sex-Brummton ein nur wenig modulierter, relativ harmonischer Klang ist, liegt beim Teddybär-Signal eine stärkere Modulation vor, d. h. dem Signal ist eine Information aufgeprägt, über deren Inhalt natürlich nichts bekannt ist. Das Signal klingt daher auch wesentlich technischer und unangenehmer.

Noch am gleichen Tag, als das Programm ausgestrahlt wurde, ließen sich aus den unterschiedlichsten Bereichen kritische Stimmen hören. Nicht nur, dass Polizei und ADAC warnten, dass es zu erhöhter Unfallgefahr kommen könnte, wenn Autofahrer das Programm im Radio hören und durch den Ton möglicherweise in ihrer Konzentration beeinträchtigt werden könnten.

Vor allem Ärzte meldeten sich mit warnenden Anmerkungen zu Wort. Nach Auskunft der Experten ist eine unkontrollierte Ausstrahlung auf eine große Menschengruppe gefährlich, da das Signal nicht auf jeden positiv stimulierend wirkt. Bei Angstpatienten oder psychisch Kranken etwa könne es zu „gefährlichen Herzrhythmusstörungen“ kommen.

Bislang wurde die krankmachende Wirkung der Brummtöne à la „Teddybär“ in weiten Kreisen der Öffentlichkeit oft angezweifelt, wurden verzweifelte Brummton-Geschädigte, gerade auch im Raum Stuttgart, oft als Hypochonder oder Hypersensible abgestempelt und ihre Wahrnehmung der Brummtöne als Einbildung abgetan.

Vor diesem Hintergrund bezeichnete das Baden-Württemberger Innenministerium in einer ersten Stellungnahme die Ausstrahlung des Sex-Brummtons schlicht als „unverantwortlich“.

Das Problem ist, dass Hormone im menschlichen Körper meist sehr vielschichtige Wirkungen und Nebenwirkungen haben. Auch Dr. Bauer musste einräumen, dass Prolaktin neben der sexualstimulierenden Wirkung auch eine wichtige Rolle bei der Schmerzentstehung spielt. Jede Veränderung des Prolaktin-Spiegels, so der Mediziner, kann bei den Betroffenen Schmerzzustände auslösen.

Therapie ja – Massenbeeinflussung nein!

Es liegt uns fern, den möglichen therapeutischen Nutzen einer Behandlung sexueller Störungen mit elektromagnetischen Frequenzen, wie sie Dr. Bauer praktiziert, in Frage zu stellen. Wir selbst haben in unserem Buch „Vernetzte Intelligenz“ ausführlich geschildert, dass man unter Verwendung einer neuen „Frequenzmedizin“ auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse (z. B. der Wellengenetik) sanfter und mit weniger Nebenwirkungen als die klassische Medizin vorgehen kann.

Gleichzeitig ist die flächendeckende Bestrahlung einer ganzen Bevölkerung mit therapeutisch wirksamen Frequenzen ein echter Tabubruch (wie wir schon in unserem Artikel „Impuls Happy Holiday“ anmerkten). Genauso wie die Zwangsverabreichung von Medikamenten (z. B. über das Trinkwasser) in Deutschland weitgehend verboten ist, dürften eigentlich auch derartige Frequenzen nicht unkritisch ausgestrahlt werden, noch dazu, da die therapeutische Wirksamkeit wissenschaftlich längst nachweisbar ist.

Wo bleiben da die Grundrechte des Bürgers auf Unversehrtheit der Person bzw. das Recht der freien Entfaltung? Bei einer so langfristigen Ausstrahlung über den ganzen Tag kann man davon ausgehen, dass viele Hörer das Programm eingeschaltet hatten, ohne von dem Sex-Brummton zu wissen. Hat sie jemand gefragt, ob sie sich in diesem Moment wünschten, sexuell stimuliert zu werden? Hat sich jemand ernsthaft Gedanken gemacht, was für Konsequenzen es haben kann, wenn Hunderttausende von Menschen gleichzeitig einem solchen Stimulans ausgesetzt werden, ohne davon zu wissen?

Und dass die Frequenzdroge wirkte, steht außer Zweifel. Wie uns Dr. Bauer bestätigte, sind schon in den Morgenstunden bei „Antenne 1“ die Telefone heißgelaufen...

Frequenzdrogen – ein neuer Trend?

Nachdem nun klar ist, dass die Ausstrahlung eines bewusstseinsverändernden Frequenzsignals durch den Berliner Radiosender r.s.2 in der Silvesternacht 2001/2002 kein Einzelfall war, scheinen sich derartige Frequenzdrogen als neuer Trend in der Spaßgesellschaft herauszukristallisieren. Im Stuttgarter Fall kann auch niemand mehr behaupten, er hätte die Sache nicht ernst genommen. Von Anfang an fand das Experiment unter Beteiligung eines Wissenschaftlers statt. Es geht also um die gezielte Bewusstseinsveränderung großer Menschengruppen, möglicherweise als einen neuen „Kick“.

Vor allem bei Techno-Großveranstaltungen ist es bereits seit langer Zeit gang und gäbe, die Besucher kollektiv mit Längstwellenfrequenzen zu bestrahlen, die sogar mit eigens dafür konstruierten Frequenzgeneratoren erzeugt werden, da herkömmliche Lautsprecher dafür nicht ausreichen. Oft wissen die Veranstalter nicht einmal genau, welche Auswirkungen das auf die Anwesenden hat, sondern man probiert einfach aus, wie sie auf die Niedrigfrequenzen reagieren. Dies zeigt deutlich, dass Frequenzen als emotionale Stimulanz auf dem besten Wege sind, den herkömmlichen (und mit Recht bekämpften) Partydrogen Konkurrenz zu machen.

Konsequenz einer solchen Entwicklung ist auch, dass auf diese Weise die bislang ungeklärten Brummtöne, die so viele Menschen belästigen und krank machen, in unzulässiger Weise verharmlost werden. Frequenzsignale sollen ganz offenbar „chic“ oder doch zumindest salonfähig gemacht werden, wenn man sie schon nicht mehr totschweigen kann.

Originalton „Antenne 1“: „Der Sex-Brummton ist also mindestens genauso wirksam wie Viagra und rezeptfrei und absolut kostenlos bei Hit-Radio ANTENNE 1 zu hören. Das Preis-Leistungsverhältnis dürfte jeden Schwaben überzeugen.“

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

© Grazyna Fosar · Franz Bludorf · Berlin 2002


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